FAQ Nivelliermasse und Zementestrich

Nivelliermasse und Zementestrich

Frage:

Besteht eine Prüfungspflicht hinsichtlich der Festigkeit zwischen Nivelliermasse und Zementestrich?


Domink Kison:

In den fachlichen Regeln DIN 18 356 „Parkettarbeiten“ ist festgelegt, dass der Auftragnehmer den Untergrund zu prüfen hat. Dabei wird nicht zwischen Neu- und Altbau unterschieden.

Zweifellos ist die Prüfung und Beurteilung von Altunterböden noch viel schwieriger, als dies im Zusammenhang mit neuen Estrichuntergründen bereits der Fall ist. Hier kommt es zunächst darauf an zu klären, welche Belagsausstattung vorher vorhanden war. Handelt es sich z.B. um einen PVC-Bodenbelag oder aber einen textilen Bodenbelag, waren die vor Jahren insoweit üblichen Spachtel- oder Ausgleichsmassen so beschaffen, dass sie dem heutigen Anforderungsprofil für die Verlegung eines Parkettfußbodens nicht gerecht werden. Darüber hinaus ist beim Verbleib solch alter Ausgleichsmassenschichten die Haftung derselben auf dem Untergrund nicht erkennbar.

Lag bisher ein elastischer oder textiler Bodenbelag vor, der keine Schub- und Scherkräfte auf den Untergrund überträgt, kann es tatsächlich vorkommen, dass über Jahre oder Jahrzehnte haltbare Haftverbindungen der Ausgleichsmasse zum Estrich-Untergrund jetzt der Belastung aus einem aufzuarbeitenden Parkett nicht mehr standhalten und es zur Ablösung kommt. Daher empfehle ich dringend, in solchen Fällen die alten Hilfswerkstoff-Schichtlagen – wenn möglich vollständig – durch Schleifen abzutragen.

Nur für den Fall, dass dies mit entsprechendem Geräteeinsatz nicht möglich ist, kann durchaus davon ausgegangen werden, dass die alte Ausgleichsmassen-Schichtlage in sich selbst ausreichend fest ist und auch ordnungsgemäß auf dem Untergrund haftet.

Alles in allem also ein Sachverhalt, der nicht über eine einfache und allgemein geltende Prüfungs- und Sorgfaltsverpflichtung geregelt werden kann.

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