FAQ Schadensfälle 2017

Häufigkeit bestimmter Schadensfälle

Frage:

Gab es im letzten Jahr bestimmte Schadensfälle, die vermehrt aufgetreten sind bzw. könnte man sogar ein Ranking vornehmen?


Domink Kison:

Mögliche Beanstandungen und Reklamationsgründe – ob unberechtigt oder berechtigt – gibt es viele. Jedoch ist es immer so, dass es verschiedene Mängel und Schäden gibt, die sich im Laufe eines Jahres öfter zeigen. Dies war auch in den letzten Monaten so.

Eine der häufigsten Reklamationsfälle waren mehr oder weniger großflächige Hohlstellen in aus großformatigen Elementen bestehenden Holzfußböden, so massiver Parkettdielen oder dielenformatiger Mehrschicht-Parkettelemente. Die häufigste Ursache dafür war unterlassene oder schlecht ausgeführte Untergrundbeurteilung und –vorbereitung sowie falsch ausgeführte Klebung.

Jedoch häufen sich auch Fälle der Fehleinschätzung durch die Auftraggeber, die oft auch kleine und unvermeidliche Hohlstellen durch Hunderte von Klebeetiketten markiert beanstanden. Nach wie vor waren auch Dunkel- bzw. Schwarzverfärbungen von Lamellenrändern von Mosaikparkett, die nach meiner Auffassung unsinnigerweise mit weichmacherhaltigen Klebstoffen geklebt wurden, auffällig. Zwischenzeitlich sollte es sich in der Branche herausgestellt haben, dass weichmacherhaltige reaktive Klebstoffsysteme für die Klebung von Mosaikparkett aus praktischen Gesichtspunkten ungeeignet sind.

Dicht gefolgt werden diese beiden Reklamationsfälle durch Verformungen, Aufkantungen und Aufwölbungen massiver Parkettdielen als Folge einer zu niedrig eingestellten Materialfeuchte massiver Parkettdielen. Nach wie vor interpretieren viele Hersteller die nach Norm zulässige Holzfeuchte im Bereich von 7 – 11 % so, dass sie auch Dielen mit einer mittleren Holzfeuchte von 7,0 % herstellen und liefern dürften. Dies ist eindeutig nicht der Fall. Nach wie vor gilt für mitteleuropäische Verlegeorte eine anzustrebende mittlere Holzfeuchte im Bereich von 9,0 + 2,0 Gew.-%.

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