FAQ industriell und handwerklich bearbeitete Oberflächen

Unterschiede zwischen handwerklichen und industriellen Oberflächen

Frage:

Industriell und handwerklich bearbeitete und versiegelte Oberflächen unterscheiden sich. Sollte der Auftragnehmer im Falle einer Renovierung von behandeltem Mehrschichtparkett darauf hinweisen?


Domink Kison:

Das Risiko, dass Haus- und Wohnungseigentümer nach der Durchführung von Oberflächenbehandlungsmaßnahmen an über viele Jahre genutzte und liebgewonnenen Parkettfußböden mit dem Ergebnis enttäuscht sind, ist durchaus gegeben, wenn auch nicht außergewöhnlich hoch.

Dies deshalb, weil einerseits industrielle Oberflächenbehandlungen, gleich ob versiegelt oder geölt, insbesondere hinsichtlich der industriellen Schleiftechnik als auch der Applikation der Lacke oder Öle in sehr viel höherer Präzision möglich ist, als dies im Zusammenhang mit einer örtlich auszuführenden Oberflächenbehandlung der Fall sein kann.

Oft werden im Zuge industrieller Oberflächenbehandlungsmaßnahmen außer Lacken und Öle auch weitere spezielle Behandlungsmaterialien eingesetzt, so z.B. UV-Schutz, Farbvertiefer oder –aufheller usw. Insbesondere dann, liegt nur eine geringe Nutzschichtauflage vor, ist mancher Handwerker geneigt, nur wenig Substanzabtrag zu bewirken und dementsprechend das Parkett „schonend“ zu schleifen. Dabei kann es zum Verbleib zunächst nicht sichtbarer Reste der Oberflächenbehandlung kommen, was unter Umständen zu fleckigen Erscheinungsbildern führen kann. Sowohl das Schleifbild als auch die handwerkliche Applikation der Oberflächenbehandlungsmaterialien kann nicht derartig präzise wie in einer industriellen Fertigungsanlage nahezu unter Reinraumbedingungen erfolgen.

Auch wenn es sich aus der Sicht des Handwerkers um völlig normale, fast im Allgemeinwissen befindliche Zusammenhänge handelt, empfiehlt es sich durchaus dringend, auf diese Besonderheiten hinzuweisen. Gleiches gilt auch für das nicht zu unterschätzende Risiko des durch Schleifen von Restschichtdicken der Decklamellenausstattung als auch hinsichtlich des Risikos vorkommender Deckschichtablösungen. All dies kann im Vorhinein selten mit hinreichender Genauigkeit überprüft und abgeschätzt werden, weshalb die intensive Beratung und Information des potenziellen Auftraggebers zu empfehlen ist.

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